The Góis Real Estate Company                         Zentral Portugal
 

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Amiosinho  
 

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Amiosinho  
      
 

Amiosinho

 
 


Das Dorf Amiosinho ist deshalb ungewöhnlich als dass es auf beiden Seiten eines steilen Tales erbaut wurde, welches auf das Tal des Baches Ribeira do Amiosinho (oder auch Ribeira da Roda genannt) trifft. Dies bedeutet beispielsweise, dass das Waschhaus sich an der Nordseite und die Kapelle von St.ª Luzia an der Südseite des Tals befindet, was den Dorfbewohnern ein stetiges Rauf- und Runtergehen abverlangt! Ein Netzwerk von schmalen Gassen und Gehwegen mit Treppenstufen führt zwischen den Häusern hindurch. Unterhalb des Dorfes befindet sich einer der wohl schönsten Badeplätze der Region. Treppenstufen führen zum Fluss hinunter welcher gedämmt wurde. Das Wasser hier ist bis zu 3m tief und man kann jeden auch noch so kleinen Stein auf dem Grund und auch die kleinsten Fische erkennen. Es wird gesagt, dass das Wasser anscheinend gut gegen Rheumatismus sein soll.
Wir wissen, dass die Römer in diesem Tal nach Gold schürften und es existieren fundierte Beweise in der Region, dass die Suche und Förderung von Mineralien bis mindestens in die Bronzezeit zurückgeht. Über dem Ort Amiosinho befindet sich eine Mine genannt "Mina dos Moiros" (Mine der Mauren).

Amiosinho Amiosinho Amiosinho

Sr. António Lopes erzählte uns, während er seine Ziegen hütete, von seinem Dorf:
Die Gründer des Dorfes waren Maria Rita und Joaquim Simões im Jahre 1853. Maria Rita lebte in Alvares und Joaquim Simões wohnte in Carrasqueira. Sie trafen sich bei einem Tanzfest in Alvares und verliebten sich. Maria Rita‘s Vater jedoch war gegen diese Verbindung und so flohen die beiden Verliebten zu dem Ort der heute Amiosinho ist. Sie starben beinahe im eisigen Winter und da sie kein Geld und keine Nahrung hatten, suchten und gruben sie in den Hügeln nach Baumwurzeln, aus welchen sie Holzkohle herstellten und die sie verkauften um überleben zu können. Eines Tages wurden sie von Marias Vater bei dieser harten Arbeit gesehen und er sah in welchem erbärmlichen Elend die beiden sich befanden und schliesslich begann sein Herz zu schmelzen. Er verzieh den beiden und brachte ihnen Nahrung und andere Dinge, die sie so dringend brauchten.

Früher war das ganze Flusstal, in dem ein kleiner Bach fliesst, bewirtschaftet. Es war ein reicher und fruchtbarer Ort und viele Ochsenkarren verliessen das Dorf, beladen mit Olivenöl und Wein. Der Lagar (Olivenpresse) befand sich in der Ortschaft Relva da Mó. Die Oliven wurden mittels Ochsenkarren zum Lagar gebracht, der 24 Stunden im Tag während 3 Monaten im Jahr in Betrieb war. Jeweils einer der Ochsen arbeitete indem er im Kreise unaufhörlich seine Runden drehte und damit 3 Steine bewegte, währenddem der andere sich an der Futterkrippe stärkte und Kraft schöpfte für die nächste Schicht. Am Ufer der Ribeira da Roda gab es 5 Mühlen. Eine dieser Mühlen ist immer noch funktionsfähig, wird jedoch heute nicht mehr gebraucht und auch die anderen stehen noch. Es wurde Mais angebaut und Weizen und Roggen wurde in Säcken dazugekauft, in den Mühlen zu Mehl gemahlen und schliesslich zusammen mit dem Maismehl zu einem köstlichen Brot gebacken.

Amiosinho Amiosinho Amiosinho

Sr. António arbeitete sein ganzes Leben als Harzsammler und verkaufte das 'Piniengold' in die Fabriken von Chã de Alvares. Das Harz wurde mittels Ochsenkarren bis ganz nach oben auf den Hügel von Amiosinho tranportiert, von wo aus es dann weiter in die Fabriken verteilt wurde. Zu späterer Zeit, nach dem Bau der heutigen Strasse, kam es vor, dass selbst 3 kleine Lastwagen nicht ausreichten um das gesamte um das Dorf herum gesammelte Harz zu transportieren. Der Ochsenkarrenweg, welcher zur Spitze des Hügels führt, wurde von Sr. António’s Grossvater, Luís Simões, erbaut. Ebenso baute dieser die erste Brücke, an einem Ort genannt "Banda Além", um den Bach mit den Ochsen überqueren zu können und bedeckte diese mit Heidekraut damit die Ochsen sich vor dem neuen Untergrund nicht fürchteten und nicht ausrutschten. Auch errichtete er oben auf dem Hügel einen Schuppen wo er die Karren unterstellen konnte, die er brauchte um Güter in die nächsten Dörfer zu transportieren. Er hielt 6 Ochsen und verteilte Güter unter anderem nach Cabeçadas und Alvares, welche er von den Familien 'Carpuças' und 'Matos' in Lousã gekauft hatte ebenso wie die Produkte aus Amiosinho wie Olivenöl, Wein und anderes.

Zur Zeit, als Dr. Marcelo Caetano Minister der Portugiesischen Regierung war, besuchte dieser einst Amiosinho und fragte Sr. António wie das Leben hier im Dorf so seie und ob die Einwohner genug zu Essen hätten. Sr. António antwortete daraufhin, dass sie mehr als genug zum Essen hätten, ihr Problem jedoch ganz anderer Natur seie. Jedesmal, wenn jemand aus dem Dorf verstarb, musste der Körper des Verstorbenen auf dem Rücken bis zum Friedhof nach Alvares getragen werden. Zwei Männer machten zu diesem Zweck aus Tüchern eine Art Kissen, welches sie sich auf den Rücken legten und abwechslungsweise trugen sie den Körper über den unwegsamen und äusserst felsigen schmalen Pfad. Manchmal, wenn der Verstorbene schwer war, schaffte es jeder jeweils nur eine Strecke von etwa 50 m diesen zu tragen bis die Last zu schwer wurde und der Körper wieder auf den Rücken des anderen wechseln musste. Dr. Caetano versprach, dass er einige Bagger senden würde um eine Strasse zu öffnen da sich Strassenbaumaschinen zu dieser Zeit oben auf dem Berg von St. António da Neve befanden, welche die Landepiste für die Feuerlöschflugzeuge bauten. Einige Monate später war die Strasse nach erheblichen Mühen schliesslich geöffnet und führte nun von Relva da Mó durch Amiosinho hindurch nach Alvares.

Amiosinho
 
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  Updated 14 August, 2008