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Das Dorf Loural liegt in einem versteckten Tal, welches sich bis zum Fluss Ceira, oberhalb von Colmeal, herunterschlängelt. Ein schmaler Fussweg führt zum Xisto Dorf hinunter. Die Häuser sind um den Weg herum angeordnet, oberhalb oder unterhalb von kurzen Treppenstufen. Loural ist wahrscheinlich eines der besten Beispiele eines kleinen traditionellen und ursprünglich gebliebenen Bergdorfes, da es keine grossen modernen Häuser hat. Alle Häuser wurden aus dem örtlichen Stein gebaut: Beide Steinarten wurden aus dem Tal ausgebrochen – der normale Xisto (Schiefer) wurde für den Bau verarbeitet und der harte blaue Xisto als Dachplatten. Auch das Holz für den Hausbau wuchs im Ort. Im Talboden auf einer der Terrassen stehen zwei riesige Kastanienbäume, welche über Jahrhunderte Holz lieferten. Dies ist auch ein Hinweis auf das Alter der Terrassen, da man davon ausgehen kann, dass diese Bäume über 400 Jahre alt sind.
Früher hatte Loural eine blühende Gemeinschaft, die Familien hatten viele Kinder und die Leute arbeiteten auf den Feldern. Eine ehemalige Einwohnerin erzählte uns wie sich das Leben in diesem Dorf so abspielte: Im Herbst sammelten die Dorfbewohner Kastanien, trockneten diese über dem Feuer, schälten sie, indem sie mit den Füssen auf ihnen stampften und lagerten sie in Holztruhen 'Arcas'. Die Kastanien waren in der Vergangenheit in dieser Region eine ausserordentlich wichtige Nahrungsquelle. Sie bauten ebenfalls Mais an, welchen sie zu der Mühle 'Moinho do Loural' zum Mahlen trugen. Eine Mahlzeit, die des öfteren auf den Tisch kam, waren die 'Carolos' – grob gemahlter Mais wurde in Salzwasser gekocht bis er die Konsistenz eines dicken Breis erhielt, anschliessend wurde etwas Olivenöl dazugefügt, und das Ganze wurde in Stücke geschnitten und zusammen mit gekochten Kastanien, Oliven oder was seltener vorkam, mit Sardinen gegessen. Manchmal bestrichen sie die Maisschnitten auch mit Honig. (Die 'Carolos' sind der italienischen Polenta sehr ähnlich.) Auf dem Küchenboden befand sich die offene Feuerstelle, worum sich die Familie auf kleinen, niederen Holzbänken sitzend zu versammeln pflegte. Die Würste wurden über das Feuer gehängt um dort zu räuchern und der Schinken wurde zuerst getrocknet, dann gesalzen und schliesslich ebenfalls in der Küche geräuchert. In Loural kann man in den Hauseingängen herausragende flache Steine, mit einem Loch versehen, finden, welche, wie es den Anschein macht, als Halterung für ein schweres Tor gedient haben könnten. Eine andere bemerkenswerte Charaktereigenschaft ist, dass vor den Gebäuden, die als Stallungen für die Tiere dienten, sich sehr dicke und hohe Mauern befinden. Diese beiden Tatsachen könnten darauf hinweisen, dass die Dorfbewohner den Schutz ihrer Ziegen und Schafe vor den lokalen Wolfrudeln sehr ernst nahmen. Das Dorf Loural wurde vor Kurzem verkauft und man hört, dass der neue Besitzer es restaurieren und dem Landtourismus zugänglich machen will. Wir möchten Ihm bei diesem Unterfangen viel Erfolg wünschen.
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| Updated 18 June, 2008 | |||||||||||||||||||||