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Das Dorf Albergaria liegt in einem geschützten Tal, etwa 500 m vom Dorf Ponte do Sótão entfernt. Hier ist das Tal weit und durch die fruchtbaren Felder fliesst der Bach "Ribeira do Moiro". Die Römische Strasse liegt ganz in der Nähe und wurde im Mittelalter als Handels- und Pilgerroute genutzt. Die Quinta da Albergaria (Landgut von Albergaria) wurde nahe dieser Strasse gebaut und bot Unterkunft für Mensch und Tier für die Nacht (der Name Albergaria bedeutet "Herberge").
Eine alte Geschichte erzählt von einem geplanten Überfall auf die Quinta. Eine Bande von Dieben ritt nach Albergaria. Der Anführer begab sich in die Herberge und fragte nach einer Übernachtungsmöglichkeit, während sich die anderen Diebe in der Nähe der Quinta versteckt hielten. Er bezog sein Zimmer und ein neugieriges Dienstmädchen, welches durch das Schlüsselloch blickte, sah, dass dieser mehrere Messer mit sich an seinem Gürtel trug. Sie berichtete dem Gutsherrn was sie gesehen hatte. Der Gutsherr seinerseits begab sich in seine Gemächer und tat so als würde er schlafen. Der Dieb betrat sein Zimmer, aber da der Gutsherr vorbereitet war, schoss dieser den Dieb nieder. Die Bande hörte den Schuss und näherte sich der Quinta in der Hoffnung mit der Plünderung zu beginnen. Sie riefen: „ Hast du ihn getötet?“ Als aber anstatt des Anführers, der Gutsherrn antwortete: „Ja, und jeder von euch kann der Nächste sein!“, erschraken sie, schwingten sich auf ihre Pferde und galoppierten davon so schnell sie nur konnten und wurden nie wieder gesehen. Der tote Anführer aber, so erzählt die Geschichte, wurde vor der Quinta begraben. Eine andere Fassung der Geschichte erzählt, dass einige Männer eine Heiligenstatue als Geschenk in die private Kapelle der Quinta gebracht haben sollen. Auch hier war es wieder ein Dienstmädchen, das sah, dass irgend etwas mit diesem 'Heiligen' nicht stimmte - seine Augen hatten sich bewegt. Sie lief zum Gutsherrn und erzählte ihm vom Geschehenen. Dieser versteckte sich hinter der in die Kapelle führende Türe und beobachtete den 'Heiligen' durch ein kleines Fensterchen. Als der 'Heilige' seine Kapuze zurückwarf, erschoss ihn der Gutsherr, und wieder floh die Bande beim Anblick des Gutsherrn und der Leichnam des Diebes wurde im Garten der Quinta begraben.
Die Quinta war ein wichtiger Arbeitgeber, nicht nur für das Dorf Albergaria selbst, sondern auch für die Leute aus der Nachbarschaft. Viele kamen und fragten nach Arbeit und manche blieben für den Rest ihres Lebens auf der Quinta. Die Arbeiter wurden jedoch nicht mit Geld bezahlt, sie bekamen lediglich Unterkunft, Verpflegung und Kleidung und einmal im Jahr ein Paar Stiefel. Diese Zahlungsmethode, so wird erzählt, wurde noch bis anfangs des 20-ten Jahrhunderts angewandt. Nahe der Quinta befindet sich die nun zerfallene Olivenpresse. Als diese noch arbeitete, wurde der Wasserzufluss, der das Rad antrieb, in Eisenrohren geleitet, die über die Strasse führten und heute immer noch an Ort und Stelle sichtbar sind. Etwas weiter oben liegt das Dorf selbst. Enge gepflasterte Gassen führen zwischen den Häusern hindurch. Die Anordnung des Dorfes ist geringfügig anders als gewöhnlich, da, wie es scheint, keine Gärten und auch weniger kleine kultivierte Landstreifen um die Häuser sind als in anderen Dörfern. Dies führt daher, dass das Dorf grösstenteils im Besitz der Gutsherren der Quinta war und die Einwohner auf den grossen Ländereien der Quinta arbeiteten.
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