The Góis Real Estate Company                         Zentral Portugal
 

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Folgosa  
 

Gois

Folgosa  
      
 

Folgosa

Das Dorf Folgosa, hoch oben an einem Vorgebirge über dem Fluss Ceira gelegen, ist wahrscheinlich eines der interessantesten Dörfer der Region Góis, aus geschichtlichen Gründen aber auch wegen seines Charmes, seiner Schönheit und der menschlichen Wärme der Leute, die hier leben. Heute erscheint das Dorf ziemlich weit von den Nachbarsorten entfernt zu liegen, die Strasse um das Tal von Góis sich windend bis sie schlussendlich Folgosa erreicht. Anders als in den meisten Dörfern in der Region ist Folgosa recht formal angelegt, mit einer Strasse aus weissen Pflastersteinen, welche die Länge des Dorfes passiert und engen kleinen Gässchen, die Kreuzungen bilden.

Der örtliche Xisto Stein ist in diesem Gebiet von ausserordentlich guter Qualität und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass nicht nur die Mauern der Häuser, sondern auch die Dächer aus diesem Stein gebaut sind. Der Xisto stammt vom Steinbruch in der Nähe des Dorfes und die Steine wurden in grosse dünne Schiefertafeln gespaltet. Eine Geschichte erzählt, dass einst eine Truppe von Mauren das Dorf Folgosa angreifen wollten. Es regnete. Der Regen aber hörte auf und zwischen den Wolken liess die Sonne ihre Strahlen auf die schwarzen Xisto Dächer scheinen und diese begannen zu funkeln und zu glänzen wie Spiegel. Die Mauren, geblendet von diesem Licht, hatten Angst zu erblinden und suchten panisch das Weite.

Folgosa Folgosa Folgosa

Im Ort wird erzählt, dass Folgosa das erste Dorf des Concelho von Góis gewesen sein soll. Folgosa erscheint in der Volkszählung der Region Góis von 1527 mit neun permanent bewohnten Häusern, was anzeigt, dass es zu der Zeit eines der fünftgrössten Dörfer von Góis war, gleichgross wie Cadafaz. Ein Grund für seine Grösse mag daran liegen, dass es sich an einer alten Handelsroute befindet. Eine alte Erzählung berichtet, dass einst ein Mann den Weg von Góis aufwärts kam und den sehr steilen Weg von Foz Romão in Richtung Folgosa erklomm. An einem Ort namens "Corte Cabeça" war eine kleine Ebene und er erreichte diese erschöpft und völlig ausser Atem, holte tief Luft und sagte: "Fol goza!", was soviel bedeutet wie "Geniesse die Pause!“ Und dies, so wird es gesagt, sei der Ursprung des Dorfnamens.

Um das Dorf herum gibt es bewirtschaftete Terrassenfelder und darüber hinaus Olivenbäume, die bis fast hinunter an den Fluss angepflanzt wurden. Die Olivenproduktion des Dorfes war so gross, dass dieses zwei Pressen hatte: Eine im Dorf und eine unten am Fluss, über der Brücke "Ponte do Romão". Die Olivenpresse im Dorf ist wahrscheinlich eine der ältesten noch existierenden Pressen der Region oder sogar darüber hinaus. Die Presse wurde mit der Kraft von zwei Ochsen, welche die Olivenmühle in Drehung brachten, angetrieben und über der Presse gab es einen Raum, wo sich die Arbeiter ausruhen konnten.

In Verbindung mit dem Dorf gab es auch eine Anzahl von Maismühlen (beachten sie die Liste der Mühlen weiter unten).
Mehrere dieser Mühlen hatten Backöfen. Eine ältere Einwohnerin des Dorfes erinnert sich, dass die Frauen zuerst den Mais mahlten und anschliessend gleich darauf das traditionelle Maisbrot (Broa) backten, und so kehrten sie mit frischgebackenem Brot ins Dorf zurück. Da  nur enge Pfade zu den Mühlen führten, wurde der Mais in Körben auf dem Kopfe getragen. Manchmal war es bereits Nacht als sie sich auf den Weg zurück ins Dorf machten, nur von einem schwachen Licht einer Laterne oder einer Olivenöllampe begleitet. Die Sterne und der Mond am klaren Nachthimmel leuchteten mit den Lampen um die Wette und die Frauen kannten ohnehin den Weg in und auswendig, so dass sie ihn auch mit verbundenen Augen gefunden hätten.

Rund um Folgosa finden sich viele Bienenstöcke, immer noch auf traditionelle Art gehalten, in aus örtlichem Kork hergestellten Stöcken. Der Kork wird im Ort geschnitten und in eine Kastenform gebracht, in welcher die Bienen ihre Honigwaben bauen. Der Kork sorgt für eine gute Isolation sowohl gegen die Winterkälte als auch gegen die Sommerhitze. Die einzige moderne Anpassung ist, dass bei vielen der Bienenstöcke der alte Stein, welcher auf den Kasten gelegt wurde um den Regen abzuhalten, nun durch Teile moderner Haushaltgeräte ersetzt wurde!

 
 
Folgosa Folgosa
 
Folgosa
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Folgosa
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Die Kapelle von Folgosa, zu Ehren von São Simão erbaut, besitzt einige der grossartigsten mittelalterlichen Kunstwerke in der Region Góis. Am Kirchengewölbe befinden sich vier Malereien, welche die vier Verfasser der Evangelien darstellen: Mattheus, Markus, Lukas und Johannes. Der Steinbogen ist aus Granit, eine Gesteinsart, die nicht in der Region Góis vorkommt und somit wohl mittels Ochsenkarren hierher transportiert worden sein musste. Der Bogen weist Zeichen von mittelalterlicher Malerei auf. Der originale Kronleuchter der Kapelle soll sich nun in der Igreja Matriz (Mutterkirche) von Góis befinden. Vor einigen Jahren tobte ein Feuer in Folgosa. Die Kapelle jedoch blieb gänzlich unberührt und die Leute glauben, dass sie unter dem Schutz der Heiligen Sr.ª das Necessidades stand, deren Kräfte als ausserordentlich mächtig und stark angesehen werden.

Eine Geschichte erzählt, dass einst, während eines Krieges, das Dorf angegriffen wurde und die Einwohner begaben sich in die Kirche und beteten zur heiligen Sr.ª das Necessidades, weinten und baten diese um Hilfe. Nach einer ernsten Schlacht gewannen die Dorfbewohner schliesslich gegen die Eindringlinge, welche die Flucht ergriffen und nach einer Strassenkurve, die hinter dem Hügel verschwindet namens "Volta das Mulas", nie wieder gesehen wurden. Die Dorfbewohner begaben sich daraufhin gemeinsam in die Kirche um der Heiligen ihren Dank auszusprechen und erstaunt erblickten sie wie diese in Tränen gebadet war, die Tränen die sie vor der Schlacht verströmt hatten.

In vergangenen Zeiten, wenn Jemand des Dorfes verstarb, wurde dessen Leichnam mittels zwei Holzbarren und Schnüren auf den Schultern von vier Männern, auf dem Weg unten entlang des Flusses zum Friedhof von Góis getragen. Dieser Weg geht von Góis bis nach Mestras, stets am Flussufer entlang. Die Einwohner von Mestras pflegten auf den Platz vor der Kapelle zu kommen um sich dort mit den Einwohnern von Folgosa zu treffen und gemeinsam gingen sie dann auf den Markt nach Góis. Die Kinder von Folgosa gingen nach Cerdeira zur Schule, was einen Fussmarsch von jeweils zwei Stunden pro Weg bedeutete.

Eine ältere Frau, die wir in Folgosa antrafen und die uns diese Geschichten erzählte, berichtete uns auch, dass sie, als sie jung war, nie die Gelegenheit hatte Lesen zu lernen. Dass sie sich aber, als ihre Tochter zur Schule ging, dafür zu interessieren begann und es sich während des Ziegenhütens selbst beibrachte. Heute liest sie gerade ein Buch über das Leben von Stanley Mitchell und sie erinnert sich daran, dass die erste Frau, die sie in Hosen sah, dessen Ehefrau war.

 
     
 
Folgosa Folgosa
 
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Die Mühlen von Folgosa

Die erste Mühle hiess "Moinho das duas Pedras" (Mühle der zwei Steine) und diese Mühle hatte zwei Mühlsteine zum Mahlen.
Eine andere Mühle wurde "Moinho do Corvo" ('Corvo' bedeutet 'Rabe') genannt. Unterhalb des Dorfes gibt es einen Ort namens "Cabeço do Corvo". Ungefähr vor 150 Jahren wurde diese Mühle versetzt um Zugang zur Quinta do Corvo zu gewähren.
Eine andere, sich in Privatbesitz befindende Mühle, war "Moinho do António Passo". Ein Landbesitzer von der anderen Seite des Flusses Ceira (Cabreira) bat António do Passo um Wasser für die Bewässerung  seiner Felder. Dieser gab ihm gegen Bezahlung eines Entgelds die Erlaubnis.
Eine andere Mühle hiess "Moinho do Redondinho". Dies war die Mühle, die am weitesten entfernt des Dorfes lag. Sie befand sich in Richtung von Cabreira, jedoch auf der Seite von Folgosa des Flusses und lag an der Grenze zur Freguesia von Cadafaz. Einst war ein Teil des Mühlwehrs zerstört und es gab kein Geld um diesen wieder Instand zu setzen. Ein Mann von Tarrastal jedoch kaufte sich dort eine Quinta, hob einen Wasserkanal mit Erlaubnis der Dorfbewohner bis hin zur Mühle aus, renovierte den Wehr und so wurde die Mühle wieder in Betrieb genommen.
Der Bach Ribeira da Folgosa vereint sich mit dem Fluss Ceira unterhalb des Dorfes. An diesem Bach lag die private Mühle "Moinho Foz do Romão", wo sich ebenfalls eine Gruppe von Häusern und ein Backofen befanden.
Eine andere Mühle "Moinho da Barreira das Cerejeiras" war ebenfalls in Privatbesitz; dasselbe galt für "Moinho Mosqueiro" und für "Moinho da Eira Velha", bei welcher einige Häuser und Lagerhäuser sowie ein Backofen standen. Die Familie lebte zeitweise hier und zeitweise im Dorf. In "Foz Penedos" gab es zwei Mühlen die gewissermassen dicht an dicht gebaut waren.
Vor etwa 40 Jahren wurde eine neue Mühle gebaut, weil keine der oben genannten Mühlen mehr in Betrieb waren. Der Ort der Mühle wurde "Golinha" genannt und der Zugang war besser. Es gab einen Weg, wo Ochsenkarren passieren konnten und so konnte der Mais auf den Karren transportiert werden. Obgleich die Mühle in Privatbesitz war, liess der Besitzer die Einwohner des Dorfes dort ihren Mais mahlen und half ihnen mit dem Transport.

 
      
   
  Updated 15 May, 2008