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Liboreiro liegt hoch oben auf dem Hügel 4 Km östlich von Góis.
Am Ende einer sich von Góis bergaufwärts windenden Strasse wird man beim Erreichen des Dorfes mit einer atemberaubenden Aussicht über das Land gegen Norden hin belohnt. Das Gefühl von Höhe ist so überwältigend, dass es nur mit dem aus dem Fenster schauen eines Flugzeuges zu vergleichen ist! Der ursprüngliche Weg nach Liboreiro führte durch die Dörfer von Manjão und Vale Moreiro und wird heute vor allem noch von den Ziegen und den Hirten benutzt. Trotz des steilen Hügels gehen die älteren Leute des Dorfes immer noch zu Fuss nach Góis um dort den sonntäglichen Gottesdienst zu besuchen oder ihre Produkte auf diesigem Wochenmarkt anzubieten. Das Dorf zählt weniger Einwohner als einst, aber Liboreiro hat sich zu einem beliebten Ort für Ferienhäuser gemausert auf Grund seiner Ruhe und Abgeschiedenheit, die man hier noch finden kann.
Im Dorfzentrum befindet sich ein offener Platz mit einem enormen alten Feigenbaum, welcher im Spätsommer über und über von reifen Feigen behangen ist. Etwas abseits führt ein kleiner Pfad über Treppenstufen hinunter zu einer Quelle, die umgeben von der sattgrünen Vegetation etwas Magisches an sich hat. Auf Grund der hohen Wasserqualität kommen selbst Leute aus ausserhalb um hier ihre Flaschen mit dem kühlen Nass aufzufüllen.
Die Besiedlung von Liboreiro hat ihren Ursprung im Goldvorkommen in den Hügeln und es gibt mehrere Goldminen in der Umgebung, die aus der Bronzezeit stammen, heute jedoch nicht mehr aktiv sind. Um die Wende des 20-ten Jahrhunderts herum waren die Hügel um Liboreiro viel weniger bewaldet und wurden für die Ziegen und Schafe als Weideland benutzt. Während eine Dorfbewohnerin ihre Ziegen hütete, bemerkte sie einen glänzenden Stein und nach näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass dieser 7 Kg Gold beinhaltete! Einige Jahre später, während dem Bau einer Mauer, hob ein anderer Einwohner einen Stein vom Boden auf, der ungewöhnlich schwer war und schlug auf ihn mit dem Hammer ein. Der 'Stein' war ein 3 kg schwerer Goldbrocken. Die in der Nähe gelegenen Minen von Sr.ª da Guia förderten Wolfram und in den Minen von Vale Pião wurde vor allem Zinn abgebaut. Die Einwohner von Liboreiro arbeiteten in diesen Minen während diese in Betrieb waren.
Angelina Martins Alves, eine ältere Einwohnerin des Dorfes, erzählte uns, dass ihr Vater und andere Männer jeden Tag zu Fuss nach Góis gingen um dort an der Mauer des Schlosses zu arbeiten und so etwas Geld für den Unterhalt ihrer Familien zu verdienen. Sie lebten auch von ihren Ziegen und Schafen und mit sieben Jahren ging Angelina nach Póvoa de Góis um dort eine Herde von vierzehn Ziegen zu hüten. Da sie nur so weit zählen konnte wie sie alt war, antwortete sie, wenn die Leute sie fragten wieviele Ziegen sie hätte: „ zweimal sieben!“
Eine andere ältere Frau, die ebenfalls in Liboreiro aufgewachsen ist, erzählte uns, wie sie als junges Mädchen in den 30-er und 40-er Jahren ihre Ziegen und Schafe, 92 Stück an der Zahl, in die Berge von Liboreiro zum Grasen brachte. Im Winter kam es des öfteren vor, dass heftiger Schneefall ausbrach und sie barfuss im Schneegestöber manchmal die Orientierung verlor, ihre Tiere sie jedoch stets sicher und gesund nach Hause geführt hätten.
In Liboreiro wurde auch Mais angebaut und weil das Dorf keine Mühle hatte, kam der Müller von Góis mit einem von Eseln gezogenen Karren um den Mais einzusammeln und ihn zum Mahlen in die Mühle nach Góis zu transportieren. Hinter Liboreiro führen mehrere Wege in die Berge hinauf wo es noch möglich ist stundenlang nur in Begleitung von Vögeln zu Wandern oder zu Reiten , - oder das Glück hat ein Wildschwein zu sehen oder zu hören, welches sich in dieser Umgebung niedergelassen hat.
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Etwas vom Dorf entfernt befindet sich die Kapelle von Nossa Senhora da Guia, welche auf einem Plateau steht. Es gibt ein Picknickareal, wo die Tische von den Ästen der grossen Eichen beschattet werden und eine Quelle, die über das ganze Jahr hinweg ihr frisches Wasser zur Abkühlung anbietet. Das jährliche Fest findet jeweils Ende Sommer statt und der 'Magusto' im November, wobei die Kastanien auf einem Bett von brennenden Piniennadeln geröstet werden.
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