The Góis Real Estate Company                         Zentral Portugal
 

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Cerejal  
 

Gois

Cerejal  
      
 

Cerejal

Das Dorf Cerejal besitzt kein Ortsschild und ist nur durch eine dreibogige Granitbrücke, welche den Fluss Ceira überquert, von Várzea Grande getrennt. Die Häuser folgen grösstenteils der Hauptstrasse und der engeren Strasse, die nach Conhais führt. Am Tage wo wir das Dorf besuchten, waren gerade die ersten Trauben gelesen worden und das traditionelle Traubenstampfen war in vollem Gange.
Sr. Luís de Matos Fernandes Paiva erzählte uns von seinem Dorf:
'Cerejal' bedeutet Kirschgarten und früher gab es hier sehr viele Kirschbäume. Auch Kastanienbäume gediehen im Überfluss am Hang und im Herbst wurden die Kastanien gesammelt, getrocknet und in hölzernen Truhen gelagert. Oliven wurden gepflückt und in Säcke gegeben und die Arbeiter der Olivenpressen (Lagares) kamen mit ihren Ochsenkarren um die Säcke einzusammeln und brachten diese zu den Lagares von Vila Nova do Ceira. Die nächstgelegenste Olivenpresse war der Lagar Dr. Armando, neben der Kirche von Vila Nova do Ceira. Die Dorfbewohner pflanzten auch Mais und Weizen an. Es gab zwei Mühlen am Fluss Ceira an einem Platz genannt 'Salgueiral', welche immer noch stehen, heute jedoch nicht mehr benutzt werden. Der Müller kam mit einem Eselskarren bis hinauf nach Sacões um den Mais einzusammeln und brachte ihn nach dem Mahlen in Form von Mehl wieder zurück. Das ganze Dorf versammelte sich damals um den Mais zu putzen und die Körner auszulösen und nach getaner Arbeit spielte 'O Cego de Sacões' (der Blinde von Sacões), António Carvalho Júnior, zum Tanze auf. An Karneval und während der Feste von S. João und S. Pedro zogen Folkloretanzgruppen zur Musik von Banjos und Violinen durch den Ort.

Cerejal Cerejal Cerejal

Sr. Luís war der 'Wasserrichter' der Dorfes. Es gab zwei Wasserkanäle – die "Levada de Cima", welche von Casal da Ribeira kommt und die "Levada de Baixo" von Monteira herkommend. Alle Felder bis hin nach Murtinheira wurden durch diese zwei Wasserkanäle bewässert und er war Richter über beide. Manchmal gab es Streitigkeiten was die Wasserverteilung betraf, je mehr Ländereien jemand besass, desto länger Zeit bekam dieser für die Bewässerung zugesprochen. Die Bewässerung fand Nachts und am Tage statt und in den Nächten beleuchteten sie die Felder mit Petrollampen. Die Grossgrundbesitzer verpachteten ihre Felder und jedes Jahr wurde von neuem ein Preis in Form von 'Alqueres' von Mais (Getreidemasseinheit) festgesetzt, welche die Pächter nach der Ernte zu entrichten hatten. Manchmal geschah es, wenn die Ernte schlecht war, dass die Pächter die ganze Ernte dem Besitzer überlassen mussten und ihnen blieb trotz all der schweren Arbeit nichts.
Die Leute hielten Kühe, Ochsen und Esel, sowie auch Schafe und Ziegen. Sr. Luís arbeitete mit einer Stute auf seinen Feldern. Früher wurde eine einzige Sardine manchmal mit drei Leuten geteilt und das wichtigste Nahrungsmittel war die 'Broa' (Maisbrot) und die Suppe, welche die Familie versorgte und stärkte. Sr. Luís ging, da das Geld knapp war, barfuss zur Schule nach Vila Nova do Ceira. Der Lehrer dort pflegte die Schüler mit einem Stock zu schlagen und er hatte solche Angst vor seinem Lehrer, dass er die Schule verliess noch bevor er Lesen lernte.
Es lebte ein Holzschuhmacher in Cerejal und es gab vier Schnappsbrennereien 'Alambiques' in welchen sie Branntwasser aus Traubentrester und den Früchten des Erdbeerbaums (Medronhos) herstellten. Einige Dorfbewohner sammelten Harz für die Fabrik in Arganil, welche ins Dorf kam um die Fässer mit Harz einzusammeln. Viele Einwohner arbeiteten in der Papierfabrik von Ponte do Sótão.

 
 
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  Updated 5 November, 2008