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Rojão  
      
 

Rojão

Ungefähr 1Km südlich von Vila Nova do Ceira, in Flusstale des Sótãos, liegt das Dorf Rojão. Das Land, das heute das Dorf Rojão ausmacht, war einst im Besitz einer Familie eines anderen Rojãos, im Distrikt von Viseu gelegen. Vor etwa 150 Jahren zerstörte eine grosse Flut das Land und Heim einer Familie von Monteira und so kaufte diese dieses Land und nannte es in Gedenken an das Dorf der ehemaligen Eigentümer 'Rojão'. Das Dorf besteht heute aus nur vier Häusern in verschiedenen Erhaltungsstadien. Das Land um das Dorf ist fruchtbar, bewässert durch Wasserauffangbecken zusätzlich zum Bewässerungssystem.

Wir sprachen mit einem älteren Mann, der sich an das Dorfleben von einst erinnert: Einst lebten 20 Personen im Ort. Die Kinder von Rojão gingen nach Vila Nova do Ceira zur Schule. Vor ungefähr 60 Jahren gab es zwei Schulen dort, beide in Privathäusern untergebracht. Die Mädchenschule befand sich am Ende der Strasse und die Jungenschule nahe des Kirchplatzes. Viele Leute besassen kein eigenes Land und so arbeiteten sie für die grossen Landbesitzer meist als Tagelöhner, oftmals von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang für einen Hungerlohn.

Rojão Rojão Rojão

Manche hatten eigene Ochsen um auf den Feldern zu arbeiten und man konnte sie tageweise anheuern um zu Pflügen oder andere Schwerstarbeiten zu verrichten. Jene, die viele Pinienbäume besassen, vermieteten diese zur Harzgewinnung, bis ein grosser Sturm die meisten Bäume vernichtete. Grösstenteils bauten die Leute Mais an und nur die reicheren auch Weizen und Roggen, dessen Mehl sie mit dem Maismehl mischten. Im Ort gab es einen 'Lagar' (Olivenpresse), welcher durch das Wasser der “Levada de Baixo” angetrieben wurde und vor etwa 35 Jahren geschlossen wurde. Die Müller kamen von Vila Nova do Ceira um den Mais einzusammeln und brachten danach das gemahlene Mehl zurück. Man sammelte die 'Cornichos' (ein Pilz der an Weizen und Roggen wuchs – wahrscheinlich Mutterkorn) und verkaufte diese an Händler, die von Dorf zu Dorf zogen. Ebenso verkaufte man die Rinde der Weiden an die Händler, welche, wie gesagt wurde, zur Parfumherstellung benutzt wurde.
Vor etwa 75 Jahren pflegte man zur Karnevalszeit im Dorf die Tradition des "Cantar as Pulhas". Der 'Gerüchteverbreiter' versteckte sich an einem Ort genannt 'Barreira do Boiço' und schrie lauthals allen Klatsch und Geheimnisse, die sich im vorangehenden Jahr im Dorf abgespielt haben, heraus. Während des Sommersonnenwendefestes von São João bauten die Einwohner Pavillions aus Holz, die mit Myrthen, Farnen und farbigen Papieren geschmückt wurden. Musiker kamen ins Dorf und spielten und Jedermann tanzte.

 
Rojão
 
Rojão Rojão
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Rojão Rojão
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  Updated 5 November, 2008