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Terras wurde am Hang errichtet und blickt über das reiche fruchtbare Land des Sótão Flusstales. Die Häuser wurden entlang der engen Strasse gebaut, welche durch Terras führt. Das Land um Terras wurde früher alles bewirtschaftet und die Leute hielten Schafe und Ziegen, die am Hang grasten. Das Getreide wurde in einer der drei Mühlen von Monteira gemahlen und die Oliven wurden zum Pressen in die 'Lagares' von Vila Nova do Ceira gebracht. Wein wurde für den eigenen Konsum hergestellt. Der Dreschplatz (Eira) befand sich in der Dorfmitte, wo heute die Strasse ist. Damals war die Strasse durch den Ort nichts weiter als eine enge Gasse, gerade breit genug um mit einem Ochsenkarren durchzukommen und die Strasse nach Caselhos war nur ein Fussweg. Unterhalb des Dorfes befindet sich die 'Levada de Cima' (Bewässerungskanal), eine der wichtigsten Levadas dieses Gebietes, welche in Casal da Ribeira ihren Ursprung hat. Die Kinder von Terras besuchten die Schule in Monteira bis vor 15 Jahren, als sie schloss, und die Leute gingen in die Kapelle von Monteira oder in die Kirche von Vila Nova do Ceira.
Joaquim dos Santos erzählte uns vom Leben in diesem Dorf und beschenkte uns mit einigen einzigartigen Geschichten:
An den Roggenähren, die im Ort angebaut wurden, wuchs eine Pilzart, welche sie 'Cornecho‘ (hornähnlich) nannten. Joaquim dos Santos erinnert sich, dass er als kleiner Junge, etwa vor 70 Jahren, diese Pilze sammelte und sie der Apotheke von Vila Nova do Ceira zu einem für damals recht guten Preis verkaufte. (Wir denken es könnte sich hierbei um Mutterkorn (Claviceps purpurea) handeln, welches unter anderem als Arzneimittel zur Blutstillung nach der Geburt eingesetzt wurde).
Zum Karneval gab es hier und in den Nachbarsdörfern einen ganz speziellen Brauch, der 'Cantar as Pulhas' genannt wird (Schimpfreden singen). Einer oder mehrere Leute versteckten sich in den Gebüschen oder hinter den Bäumen mit einem Trichter ausgerüstet, der als Lautsprecher diente, und verbreiteten mit lauter Stimme alle Geschehnisse, die sich über das Jahr ereignet hatten, jedes Gerücht, Geheimnis oder Tratsch wurde aufgetischt und öffentlich gemacht und niemand blieb davon verschont. Einmal entdeckten ein paar Dorfbewohner einen dieser 'Gerüchteverbreiter' und warfen Steine nach ihm und seinem Trichter. Er floh so schnell er konnte, fiel dabei in einen Dornenbusch wo er auch den Trichter verlor. Angeblich soll sich dieser mit einer grossen Beule immer noch dort befinden wo er fallengelassen wurde!
Viele Tänze fanden im Ort statt, normalerweise in Privathäusern und oft kam der Chico da Canáda von Caselhos mit seinem Akkordeon zum Spielen. Bei einem dieser Anlässe tanzten die Leute in einem Wohnzimmer und der anliegenden Holzterrasse, welche auf hölzernen Pfosten gestützt war. Zum Scherz entfernte ein Lümmel einer dieser Stützpfosten und die ganze Terrasse samt aller Tänzer stürzte auf die Strasse. Angeblich ist dabei niemand zu Schaden gekommen!
Sr. Joaquim erinnert sich wie er einst, zusammen mit einem Freund von Várzea Grande, auf dem Fahrrad zu einem Fest zu Ehren von Sr.ª das Necessidades nach Poiares fuhr. Eine Masse von Leuten tanzten im Kreis im Lichte von Petrollampen, die ringsherum angebracht worden waren und unter ihnen befand sich auch ein sehr schönes Mädchen. Dann sagte dieses laut singend: " O lencinho de meia coroa ninguém tem se não eu, ainda agora entra o palerma que mo deu!” ("Das schäbige Tüchlein im Wert einer halben Krone hat niemand ausser ich, und da kommt der Einfaltspinsel, der es mir gab!“) Und der 'Einfaltspinsel' erwiderte darauf auf gleiche Weise:"O lencinho de meia coroa ninguém tem se não tu, ganhaste-lo bem ganhado com os balancinhos que destes ao cu.“ ("Das Tüchlein im Wert einer halben Krone gehört nur Dir, Du hast es Dir durch deine Wackelei mit dem Hintern redlich verdient!“ ) Die Leute hatten nur auf eine Auseinandersetzung dieser Art gewartet – eine Entschuldigung für eine ordentliche Prügelei – und als erstes wurden die Petrollampen zu Boden geworfen und dann begann jeder auf den anderen einzuschlagen. Da es ohne die Lampen stockdunkel war, wusste keiner auf wen er gerade eindrosch und als sich die Gemüter wieder beruhigt hatten war man wieder Freunde!
Zu guter Letzt erinnert sich Joaquim dos Santos noch an eine Begebenheit, die sich während eines Festes zu Ehren von St. António in Sacões abgespielt hat. Ein Ochsenkarren kam in den Ort, beladen mit einem enormen Weinfass. Der Karren war mit zwei Holzpflöcken unterlegt damit er nicht kippte und im Gleichgewicht stand. Zwei der Besucher, die sich schon ordentlich dem Wein gewidmet hatten und ziemlich angetrunken waren begannen zu streiten und der Streit artete schliesslich in eine Schlägerei aus. In diesem Durcheinander hatte jemand die glorreiche Idee die Holzpflöcke zu entfernen und das Fass rollte nun ungebremst in hohem Tempo den Hügel hinunter. An diesem Tag konnte der Wein keinen weiteren Schaden mehr anrichten.
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