The Góis Real Estate Company                         Zentral Portugal
 

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Várzea Pequena  
      
 

Várzea Pequena

Das pittoreske Dorf Várzea Pequena erhielt seinen Namen vom fruchtbaren Land auf welchem es liegt (Várzea bedeutet übersetzt: Aue, Flur). Früher, im 19-ten und 20-ten Jahrhundert,  arbeiteten die Dorfbewohner auf den Feldern und Äckern und bauten hauptsächlich Kartoffeln und Mais an und der Hügel hinter dem Dorf diente dem Olivenanbau. Die Häuser im Dorf sind grösstenteils aus runden, auf den Feldern und im Fluss gesammelten Gletschersteinen gebaut. In den Zwischenräumen der grossen Steine sind kleinere Steine und Stücke von rotem, von früheren Gebäuden stammendem Terracotta, welche mit Lehm und Ton zusammengehalten werden und um die Fenster rahmen sich Granite und Sandsteine, die von ausserhalb der Region ins Dorf gebracht wurden.

Der Fluss spielt eine bedeutende Rolle in der Geschichte des Dorfes. Vor etwa zehntausend Jahren war der Wasserlauf des Ceiras in Candosa gestaut. Dies formte einen grossen See, der sich über das Tal von Góis und Bordeiro erstreckte. Die Ablagerungen des Sees führten zu diesem fruchtbaren Boden. Das Wasser des Ceira wurde über mehr als tausend Jahre durch Bewässerungskanäle zu den Feldern und Äckern geleitet um dort gute Ernten zu gewährleisten. In lebendiger Erinnerung ist der Brauch, dass traditionellerweise ein "Wasserrichter" ernannt wurde, der die Aufgabe hatte zu bestimmen wann jede der Familien Wasser aus der Levada (Wasserkanal) beziehen konnte, um sicher zu stellen, dass jedermann seinen gerechten, ihm zustehenden  Teil des kostbaren Nasses bekam. Die meisten hielten sich an diese Regeln, dennoch kam es gelegentlich vor, dass Leute versuchten sich etwas mehr als ihren Teil zu erschleichen – manchmal mitten in der Nacht – und dies konnte zu Streitigkeiten und bösem Blut unter den Familien führen. Die tägliche Arbeit der Dorfbewohner, wie in so manchen andern Dörfern auch, drehte sich um die Jahreszeiten und das Wachstadium der Pflanzen.

Bei der Maisernte sassen alle zusammen um die auf einem Haufen liegenden Kolben herum, um diese von ihrem Bart zu säubern und die Körner auszulösen – eine Zeit des gegenseitigen Austausches und Zusammenseins, und es wurden Wetten abgeschlossen wer die Kolben am schnellsten säuberte. Es gab einen Brauch, wenn jemand zufällig einen dunklen Kolben fand, eine sogenannte "espiga mulata" oder "espiga Rainha" (Mulatten- oder Königinnenkolben), musste dieser die Runde machen und alle Anwesenden umarmen! (Die dunklen Kolben sind in der Tat das Resultat eines rezessiven Gens einer alten Maissorte). Die Kartoffeln wurden in drei Kategorien unterteilt: Die grossen zur Lagerung, die mittleren wurden als Saatkartoffeln für das nächste Frühjahr aufbewahrt  und die kleinen als Schweinefutter verwertet oder zur Zubereitung des Gerichtes "batatas a murro" verwendet (ein schmackhaftes Gericht aus im Ofen gebackenen Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch und Olivenöl, bei welchem die Kartoffeln, wenn sie weich sind, mit der Faust plattgedrückt werden).

 
 

 

 
 
Várzea Pequena Várzea Pequena
 
Várzea Pequena
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Auch heute noch lieben die Einwohner von Várzea Pequena das gesellige Beisammensein. Im Sommer sitzen die älteren Frauen des Dorfes gemeinsam auf der Bank vor der Kapelle oder im Schatten auf der gegenüberliegenden Strassenseite und häkeln oder klöppeln Spitze. In der Vergangenheit war Várzea Pequena bekannt für seine Feste und Tanzunterhaltungen und auf den Feldern wurde während der Arbeit gesungen und Geschichten ausgetauscht. Die Folklore Tanzgruppe trifft sich jeden Samstag in der Casa do Convívio (Gemeinschaftshaus) zum Training und im Spätsommer findet ein Treffen von Folklore Tanzgruppen statt,  bei welchem die Teilnehmer einen Umzug durch die Strassen von Várzea Pequena auf ihrem Weg zur Tanzvorstellung auf dem Dorfplatz von Várzea Grande machen. Das jährliche Fest findet jeweils am ersten Sonntag des Monats September statt, und ist bekannt dafür eines der besten der Region zu sein. Das Fest wird zu Ehren von Rainha Santa abgehalten, welcher auch die Kapelle gewidmet ist.
Unmittelbar unterhalb des Dorfes befindet sich ein beliebter Badestrand, die Praia Fluvial dos Canavais, mit Picknick- und Grillmöglichkeiten und einer während des Sommers geöffneten Café-Bar.

 
 
 
Várzea Pequena
 
Várzea Pequena Várzea Pequena
 

Während unserer Arbeit mehr Informationen über die Dörfer in Erfahrung zu bringen, sind wir immer wieder von der Gastfreundschaft der örtlichen Bewohner beeindruckt, nicht nur, dass diese ihre Lebensgeschichten mit uns teilen, sondern auch ihr Essen und Trinken. Várzea Pequena bildete keine Ausnahme. Wir wurden durch die alte, nun schon seit über 150 Jahren arbeitende Kornmühle geführt und eingeladen uns zu einer Gruppe von Dorfbewohnern, die ihren Kartoffelacker bestellt hatten, zu setzen und an ihrer "Merenda" (nachmittäglicher Imbiss), bestehend aus Pfannküchlein, Rohschinken und örtlichem Wein, teilzuhaben. Wir wurden auch der hart arbeitenden verschwitzten Eselin, die "a Russa" (die Russin) genannt wird, vorgestellt, welche uns freundlicherweise erlaubte ein Foto von ihr zu schiessen.

 
Várzea Pequena Várzea Pequena
 
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  Updated 5 November, 2008