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28. Februar
Dies ist das Ende des Februars und wir geniessen einige wundervolle warme Sonnentage. Schmetterlinge flattern zwischen den Blumen und wir erblickten dieses Jahr die ersten Eidechsen, die hervorkamen um sich im Sonnenschein zu räkeln. Die Bäume sind eine wahre Freude, nun wo alle Blüten zu spriessen beginnen – die Akazie hat die Hänge mit Gold überzogen und wird von zarten rosa und weissen Mandel- und Pfirsichblüten in den Feldern und Gärten begleitet. Im Moment verbringen wir die grösste Zeit in unserer Geschäftsstelle, stellen alle Dokumente zusammen und bereiten unsere Immobilien darauf vor ins Schaufenster zu hängen. Es tut jedoch gut gelegentlich sich ein paar Minuten zu nehmen, hinunter an das Flussufer zu verschwinden um ein bisschen die Seele baumeln zu lassen und die Unmengen von Frühlingsblumen in all ihrer Schönheit zu geniessen.
20. Februar
Dieses Wochenende beginnt der Karneval – eine Feierlichkeit, die wir in Grossbritannien leider vermissen, was jedoch ein wichtiger und weitverbreiteter Feiertag in ganz Europa ist. Während wir uns in Grossbritannien schon über den Gedanken an ein oder zwei Pfannkuchen am Fastnachtsdienstag freuen, ist hier in Portugal zu dieser Jahreszeit vor Beginn der Fastenzeit die Gelegenheit gekommen sich zu verkleiden und zu feiern. Traditionellerweise hatte früher jedes Dorf seine eigenen Bräuche, die alle Jahre wieder gefeiert wurden. Oftmals zogen die Männer Frauenkleider an und umgekehrt, oder ein paar Einwohner, die unbekannt bleiben wollten, versteckten sich und schrien alle Vorkommnisse, Geschehnisse und Klatsch und Tratsch über die Dorfbewohner heraus, die sich im vergangenen Jahr ereignet hatten – dies nannte man 'Cantar as Pulhas'. (Für mehr Informationen lesen Sie bitte die Beschreibungen der Dörfer der Region). Was solche Traditionen mit der Fastenzeit zu tun haben, lässt sich nur vermuten – obgleich ich denke, dass die Wurzeln viel älter sind als das Christentum in Europa.
An diesen Tagen hat jedes Städtchen seinen eigenen Umzug, wo die Kinder und einige mutige Erwachsene sich fantasievoll verkleiden, durch den Ort ziehen und Konfetti auf die Zuschauermenge werfen. Dieses Jahr erstrahlt Góis schon seit der Morgendämmerung unter leuchtend blauem Himmel und die Sonne scheint auf den Umzug während dieser langsam seine Runde durch das Städtchen zieht, ganz zum Vergnügen der Zuschauer. Die Kostüme der Kinder waren natürlich entzückend, (warum nur schauen Kinder in Kostümen immer so reizend aus?) und die Erwachsenen schafften es mit mehr oder minder grosser Überzeugung diesen Trubel hinter sich zu bringen. In Góis lag für ein paar fröhliche Stunden die Athmosphäre des Karnevals in der Luft – danke an alle Teilnehmer, die viel Arbeit und Mühe investiert haben um dies alles für uns zu schaffen.
14. Februar
Heute ist Valentinstag und es fühlt sich an als sei es der erste richtige Frühlingstag. Endlich scheint die Sonne wieder aus voller Kraft und die Temperaturen steigen und Mensch und Tier geben sich in die Sonne und saugen genüsslich die wohltuende Wärme in sich auf. Als Antwort auf die Sonne sind die Bäume und Blumen zum Leben erwacht und alles färbt sich gelb – mit Narzissen und Mimosen und ein paar scheuen Schlüsselblumen. Das letzte Jahr zeigten die Akazien uns eine gar wundervolle Vorstellung und wir warten darauf ob sie dies wiederholen können – die ersten Blüten kommen hervor, in den geschützten gegen Süden gerichteten Flecken, und wir wissen, dass die Luft schon bald nach Marzipan riechen wird, wenn der Duft der Blumen sich auf die Brise legt. Ich werde jedoch den Fehler vom letzten Jahr nicht wiederholen und enorme Sträusse davon ins Haus bringen – jemand von uns konnte gar nicht mehr aufhören zu niesen. Ich denke wir werden die Blüten dieses Jahr an den Bäumen geniessen.
1. Februar
Die letzten zwei Wochen hat es sintflutartig geregnet mit dem Resultat, dass sich das Wasser der Bäche und Flüsse der Region vom sanften lieblichen Geplätscher in angsterfüllendes Getöse verwandelt hat. Wir waren wirklich beeindruckt den Fluss Ceira zu sehen wie wir ihn noch nie zuvor gesehen hatten – nicht mehr kristallklar sondern schlammig und brodelnd, rasend und wirbelnd schwappte er über die Ufer und schwemmte die sandigen Sommerstrände mit sich fort. Ich versuchte mir dieses Bild in mein Gedächtnis einzuprägen, so dass ich es mir im nächsten August wieder in Erinnerung rufen kann, wenn wir wieder einmal gedankenverloren und seelenruhig an einem heissen Sommertag im Fluss vor uns hin plätschern – wie grundverschieden das Gemüt des Flusses doch nach starkem Regen in den Bergen sein kann... Respekt dem Fluss Ceira!
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