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Life in Góis

29. Juni
Gestern, da es der am nächsten zum Geburtstag unseres jüngsten Familienmitglieds liegende Sonntag war, machten wir einen Ausflug in den Zoo von Montemor-o-Velho. Das war, wie sich nachträglich herausstellte, eine gute Entscheidung, da es angeblich in Góis und Umgebung den ganzen Tag ohne Unterbruch regnete, wärenddessen es weiter westlich angenehm warm und trocken war. Wann immer wir von Coimbra aus gegen Westen fahren, staune ich wie die Landschaft sich verändert, sowohl die Vegetation als auch das Licht, je näher wir der Küste kommen. Wir geniessen es die Störche zu beobachten, die ihre Nester auf jedem zur Verfügung stehenden hohen Gebäude, mit Vorliebe auf elektrischen Masten bauen, welche sie in wahrhaftige Storchen-Wohnblocks verwandeln!
Der Zoo liegt inmitten eines Pinien- und Laubbaumwaldes, und bietet sich für einen angehmen Spaziergang durch die Bäume von einem Bereich zum anderen an. Als wir uns dem ersten Gehege näherten, wurden wir auf einen gewissen Tumult aufmerksam und näherten uns dem neu errichteten Gehege der Waschbären – so neu, dass die Waschbären erst vor einer Stunde angesiedelt worden waren, wie uns gesagt wurde, und schon waren drei davon entwischt! Und von ihrem Blick her zu beeurteilen hatten die verbleibenden Gefangenen ähnliche Pläne – kann dies nun zu einer Einführung einer neuen Tierart hier in Zentralportugal führen? Es war mit einem bestimmten Grad von Beklommenheit, dass wir uns den Bengalischen Tigern näherten, etwas nervös bei der Vorstellung von Fluchtversuchen – aber glücklicherweise schienen die Tiger nicht die gleiche Aktivität  zu besitzen und die gleichen Absichten zu verfolgen wie die Waschbären. Ich leide immer an einem gewissen inneren Konflikt was Zoos anbelangt – zwischen meinem eigenen kindlichen Entzücken so nahe an diesen exotischen Kreaturen zu sein und dem Mitgefühl auf Grund ihrer Gefangenschaft. In die Augen einiger Affen zu schauen kann eine ziemlich aufwühlende Erfahrung sein, während andere Tierarten, wie zum Beispiel die Pfauen,  sich mehr als zu Hause zu fühlen scheinen, wie sie so über die Pfade stolzieren. Vom Zoo aus gingen wir zur Burg hinauf, machten ein Picknick und genossen die eindrucksvolle Aussicht über die Küstenebene. Die Burg weckt in unseren jüngsten jeweils die Lust Räder zu schlagen und auf Bäume zu klettern, warum auch immer, während wir die Geschichte des Ortes und eine gute Tasse Tee schätzen. Als wir nach Hause in die Berge zurückkehrten, sahen wir wie der Regen die Landstrassen hinunter auf die Teerstrassen gewaschen hatte. Es bestand also kein Anlass den Garten zu wässern!

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22. Juni
Erneut ist Sommersonnenwende und die Energie ist gleich hoch und stark wie die Mittagssonne! Hier wird das Verlangen das Licht der Jahreszeit zu preisen mittels ganz offensichtlicher und rudimentärer Sonnenanbetung zelebriert. Alle, die dazu imstande sind, eilen hinunter zum Flussufer des Ceira und entledigen sich ihrer Kleidung (nicht aller, aber nahezu) um sich in den Sonnenstrahlen zu aalen und das kühle Nass zu geniessen. Man kann fast zusehen wie der Stress dahinschmelzt und von den Wogen weggespült wird und wie die menschliche Batterie durch das Sonnenlicht aufgeladen wird.
Die Zeit der 'Festas' ist nun da und Portugal feiert seine 'Santos Populares': der 13. Juni war der Tag des Santo António, dem Schutzheiligen von Lissabon, der 24. Juni ist der Tag des São João, ausgiebigst gefeiert in Porto (wie Sie im Blog des Junis letzten Jahres nachlesen können) und der 29. Juni ist der Tag des São Pedro (ebenfalls in bestimmten Orten gefeiert, jedoch nicht so populär wie die beiden anderen!). Hier in Góis wurde der "Arraial" oder Open-Air Party  zu Ehren der Heiligen letzten Freitag abgehalten. Wir konnten den Geruch der bruzzelnden Sardinen lange bevor wir auf dem Platz ankamen riechen, wo das Fest schon in vollem Gange war und eine Gruppe von Akkordeonspielern jeden Alters munter traditionelle Musik spielte. Farbige Papierballons schmückten die Bäume – (ich warte immer noch darauf herauszufinden was dies symbolisieren mag – die Sonne vielleicht? Oder eine weitere Assoziation mit der Sonnenwende?) und kleine Töpfe von 'Manjerico' werden zum Verkauf angeboten, mit Gedichten auf kleinen Begleitschildern. Traditionsgemäss schenkten die Jungen ihren Angebeteten kleine Kräutertöpfe  und dieser Brauch hatte zweifelsohne einen Bezug zu den alten Fruchtbarkeitsassoziationen in dieser Jahreszeit, Basilikum (Manjerico) wurde in der Kräuterkunde mit Liebe assoziiert.
In den grösseren Städten mögen die São João Feierlichkeiten vielleicht aufwendiger sein, ich fühlte jedoch auch hier einen kleinen Stich von Traurigkeit, dass die Leute nun auf Strassenbelechtungen ausweichen müssen als Ersatzmotiv für das Feuers, da das richtige Feuer zu dieser Jahrezeit ein zu grosses Risiko darstellt. Was für einen Spass es früher wohl gemacht haben muss auf dem Dorfplatz mit der 'Namorada' übers Feuer zu springen!

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12. Juni
Zu den eindrücklichsten Dingen des Lebens in diesem Teil von Portugal gehört die Vielfältigkeit der Düfte und Aromen, die durch die Luft schweben. Zu dieser Jahreszeit blühen die Zitronenbäume und während man durch Góis schlendert, füllt der Wohlgeruch des alten Zitronenbaums vor dem 'May Tay' die Luft rundherum. Die ebenfalls in Blunst stehende Rote Heckenkirsche hat den Duft der Glyzine und natürlich der Rosen, die ich zuvor bereits erwähnt hatte , abgelöst und ist nun überall anzufinden. Eine weitere reizende Begebenheit, verbunden mit der Fülle von Blüten, ist die Menge von Bienen und Schmetterlingen. Wenn ich draussen auf unserer Terrasse sitze, habe ich manchmal das Gefühl mich inmitten eines Schwarms von Schmetterlingen zu befinden, aufgrund der Vielfältigkeit der bunten Schmetterlinge, die um unseren Garten fliegen. Dasselbe  geschieht auch auf den Wiesen und an den Flussufern.
Gestern war ein religiöser Feiertag hier und wir haben uns einen Tag frei genommen und nach einem 'verlorenen' Dorf in der Nähe von Folgosa gesucht.  Obwohl wir es schafften verlockend nahe zu kommen, machte uns das Unterholz, das Gestrüpp und die Hitze so sehr zu schaffen, dass wir uns dazu entschlossen es an einem anderen Tag wieder zu versuchen. Wir trösteten uns damit auf dem Heimweg an der Strassenseite anzuhalten und mehrere Kilos Kirschen von den wilden Bäumen, die entlang des Weges wuchsen, zu pflücken – und so viele mehr blieben für uns unerreichbar! Dann, fast versteckt am Rande, erblickten wir die kleinen wilden Erdbeeren, jede einzelne nicht grösser als eine Rosine. Die Intensität des Geschmacks dieser kleinen Früchte stellt ihre grossen wässrigen Cousins jedoch um ellenlängen in den Schatten – eine einzige Frucht vermag eine wahrliche Geschmacksexplosion zu erzeugen! Und man kann sie in keinem Supermarkt kaufen. Ein weiterer interessanter Fund  an diesem Tag war ein bereits verbleichter Schädel eines Wildschweins, komplett mit Fangzähnen – es sind angeblich scheue Tiere – ihre Präsenz jedoch ist überall, da sie herumstreunen und nach Essbarem sowohl in den Feldern als auch in den Gärten suchen. Am Ende des Tages, als es bereits dunkel war, tanzte draussen vor unserem Fenster ein Leuchtkäfer – ein kleines Flimmern von magischem Licht gegen die Sterne im Hintergrund.

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1. Juni
Der Sommer ist da! Wir aalen uns nun in Temperaturen über 30ºC, der Himmel ist blau und die Sonne einfach herrrlich. Über das Wochenednde sind viele hinunter zum Fluss gegangen um uns abzukühlen. Obwohl das Wasser nicht so kalt war wie ich erwartete, war der Kontrast dennoch wundervoll erfrischend und das Gefühl auf der Haut während des Trocknens in der Sonne danach ist einfach unschlagbar. Die Badeplätze in Góis beginenn nun auf die Sommermonate vorbereitet zu werden. Der Sand wird anvgelegt und die kleinen Holzbrücken gebaut. Dieses Jahr haben wir einen neuen hölzernen Gehweg vom Hauptbadeplatz in Góis hinauf zum Pêgo Escuro, (oder wie wie ihn nennen "den Badeplatz mit dem Wasserrad"), und öffnet somit eine neue Möglichkeit am Flussentlang zu schlendern oder einen Weg unter den herügerragenden Bäumen zu Schwimmen. Auch die Fluss Cafés und Bars werden auf ihre Eröffnung vorbereitet – die Vorfreude ist köstlich.

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  Updated 5 November, 2009
 
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