The Góis Real Estate Company                         Zentral Portugal
 

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Die Region – Góis und Umgebung






Life in Góis   der Blog  

 

 

 bei Patricia Mayborne

29. Juni
Richard´s Blog: Etwas, was wir versuchen zu tun, ist es Veranstaltungen in der Region Góis allgemein bekannt zu machen und wo immer möglich nehme ich mit meiner treuen Nikon Kamera daran teil. Heute ist Patricia damit beschäftigt für ihre Prüfung für  die Maklerlizenz zu lernen, welche in nur einer Woche sein wird, und so wurden ich und die Kinder ausser Haus geschickt um die Folklore-Tanzveranstaltung auf dem Platz von Vila Nova do Ceira zu fotografieren. Tanzgruppen von ganz Portugal waren anwesend und dieses Jahr tanzte sogar eine Gruppe aus Spanien auf der Veranstaltung. Dies ist ein fantastischer Austragungsort für diesen Anlass. Das Publikum sitzt im Schatten der grossen Zitronenbäume und deren Blütenduft schwebt in der Luft. Die Bühne jedoch liegt in der prallen Sonne und die Tänzer tragen traditionelle Kleidung und Trachten. Jeder Tanz erzählt eine Geschichte von Bräuchen oder Arbeitsweisen. Viel besser jedoch als darüber zu schreiben ist es das Ereignis zu sehen. Hier sind die Bilder!

24 Juni
Gestern war das Fest von São João, die christliche Feier der Geburt von Johannes dem Täufer, welche vor langer Zeit über den Brauch des alten heidnischen Fruchtbarkeitsfestes der Sommersonnenwende gesetzt wurde. In einigen Teilen Europas (und Brasilien) ist es eines der bedeutendsten Feste des Jahres und in Portugal wird es weit verbreitet gefeiert. Die Stadt Porto ihres Zeichens, deren  Schutzpatron São João ist, hält ein zweitägiges Fest, das vom 23-ten bis zum 24-ten Juni andauert, mit vielen Attraktivitäten und Musik in den Strassen, was scheinbar auch beinhaltet, dass man Angehörigen des anderen Geschlechts mit einem Plastikhammer auf den Kopf schlägt (oder traditioneller, mit Lauchstangen)! Die ganze Stadt schliesst sich dem täglichen Lauf der Dinge und übergibt sich für ein paar Tage in die Hände von Bacchus (Römischer Gott der Festigkeit und des Weins). Aus Gründen, die ich bis jetzt noch nicht erklären kann, wird auch Basilikum mit dem Fest assoziiert und in Porto, zu dieser Zeit des Jahres, trägt jeder einen kleinen Topf davon nach Hause. Grosse farbenfrohe Laternen bilden die Dekoration und ich glaube auch diese mögen eine Bedeutung haben, aber ich warte noch darauf mehr darüber herauszufinden. Hier in Góis wurde, soviel ich weiss, kein  Sommersonnenwendefeuer angezündet (traurigerweise sind Sommerfeuer in dieser Gegend nicht gerade angemessen auf Grund des hohen Feuerrisikos), aber wir feierten mit einem traditionellen 'Araial de São João' (Open-Air Fest) unten an der Bar am Flussufer, welches von der Pfadfindergruppe von Góis organisiert wurde. Die Umgebung wurde von den Pfadfindern mit farbenfrohen Lichtern und Papierlaternen geschmückt und das Essen war köstlich 'Caldo Verde' (Kartoffel-Kohlsuppe) und  gegrillte Sardinen mit 'Broa' (Maisbrot). Wir genossen die Live Musik und der Sangria begann zu fliessen als die Sonne unterging. Auf unserem Heimweg durch die Strassen von Góis trampelten wir in ein weiteres kleines Fest, welches auf dem Largo do Pombal stattfand – eine lebhafte Gruppe von Musikern spielte traditionelle Musik und die Leute assen und tanzten zusammen. Ich glaube dies war 'O Jantar dos Joãos' oder ' Das Abendessen für die Leute die João heissen' – nicht vielleicht wie Sie denken mögen wird dieser Name nur für Männer verwendet, sondern auch Frauen tragen 'João' als zweiten christlichen Namen, (wie auch viele Männer den Namen Maria haben).

Vielleicht ist schlussendlich die Assoziation von dieser Zeit des Jahres mit Hochzeiten und Fruchtbarkeit doch immer noch lebendig – Ich fand eine 'Quadra de São João' in einer Zeitung, die übersetzt besagt:

"Es war in Deiner Nacht, S. João
Als ich zum Tanze mitgenommen wurde
Dorthin bin ich mit Nichts gekommen
Zurück ging ich mit einem Gemahl

Achtundzwanzig Jahre sind vergangen
Und die Geschichte geht weiter
Nur um es mal gesagt zu haben, S. João
Dies war alles allein Deine Schuld!"
Graça Rafael T.

22. Juni
Der Sommer ist da und wir machen uns auf den Weg zum Fluss! Nun, da die Temperaturen steigen und die Wärme sich eingestellt hat, kreisen jedermanns Gedanken um das kühle klare Nass, welches so einladend sich von den Bergen herabstürzt... Das einzige Problem liegt darin welchen Badeplatz man aussuchen soll – die Auswahl ist so gross. Wir könnten uns den anderen unten an der Gartenterrasse am Fluss anschliessen, wo wir bestimmt der Versuchung von kühlen Getränken und Eis nicht widerstehen würden oder aber könnten wir raus in die Hügel fahren um einen abgeschiedenen Wasserfall zu finden – aber schlussendlich haben wir uns für einen kleinen Badestrand ganz in der Nähe des Städtchens entschieden, wo wir uns unter den Bäumen ein ausgiebiges Sonnenbad gönnen können. Die kleine hölzerne Brücke wurde dieses Jahr noch nicht errichtet und so entledigen wir uns unseres Schuhwerkes und waten durch den Fluss zum Strand am anderen Ufer. Das Wasser ist überraschend warm. Ein paar junge Leute kommen gerade an – sonst hätten wir den Platz ganz für uns allein gehabt. Beim Hineingleiten in den Fluss scheint der ganze Stress von uns weggespült zu werden. Damit hat der Ceira mich als erstes verführt – diese unwiderstehliche Verlockung – in diesem reinen Wasser zu baden und die Verbindung zur Welt der Natur zu spüren ist zutiefst heilsam und erfüllend. Meine Töchter denken nicht so mystisch darüber – sie geniessen einfach die Freiheit wie Otter im Wasser zu schwimmen und wissen, dass sie drei lange Monate Sommerferien haben um wieder und wieder und wieder zum Fluss zu kommen...

18. Juni
Es existiert eine Wegstrecke einer Römischen Strasse, die von Góis ungefähr 3 Km aufwärts führt und 'Vale Dama' genannt wird. Obwohl diese noch vor wenigen Jahren von mit gefällten Eukalyptusbäumen beladenen Lastwagen befahren wurde, ist sie immer noch erstaunlich gut erhalten. Gestern bin ich dieser Strasse entlang gegangen (bergabwärts!) und war  verblüfft über die Genauigkeit von deren Bauweise und wie gut sie der Zeit getrotzt hat. Ich habe noch nie zuvor solch eine Römische Strasse gesehen, die nicht mit Teer überdeckt oder auf andere Art verändert wurde – sondern einfach im ursprünglichen Zustand gelassen wurde. Dies muss wirklich eine wahrhaftige zweispurige Römische "Autobahn" gewesen sein, mit einer ununterbrochenen Linie von Steinen, der Strassenmitte entlang gesetzt, zu vergleichen mit den weissen Markierungen auf unseren heutigen Strassen, sowie auch horizontalen Markierungen, welche die Schrittlänge für die marschierenden Truppen anzeigten. Bis in die 1920-er Jahre war dies die einzige Strassenverbindung zwischen Góis und Portela de Góis, das 'Tor' ins Tal. Bis vor relativ kurzer Zeit war es auch die Strasse, auf der die Verstorbenen zum Friedhof von Góis getragen wurden und noch in lebendiger Erinnerung befanden sich zwei Tavernen am Wege, wo die Sargträger ihre "Last" abluden um sich ein stärkendes Getränk zu genehmigen. Heute steht die 'Taverne zu den Eichen' in Ruinen, obgleich ich sagen würde, dass die Athmosphäre rund herum immer noch lebendig ist – so viele Menschen sind auf dieser Strasse über so viele Jahrhunderte hinweg gegangen – und für manche war es der allerletzte Weg. Ich denke, dass diese Taverne, an der Kreuzung unter den Eichen stehend, so viel Leben gesehen hat aber auch das Vorbeiziehen von Gevatter Tod war ihr nicht fremd. Was wir in der Zukunft daraus machen ist nun die Frage.

14. Juni
Meine innere Stimme hat mich vor ein paar Tagen dazu angeregt etwas Zeit in einem Kastanienwald, nicht weit von Góis, zu verbringen. Diese wunderschönen Bäume sind in der ganzen Region aufzufinden, und die Kastanien spielten früher eine wichtige Rolle für die Wirtschaft und als Lebensmittelvorrat in den Bergdörfern. Heute werden die Kastanienbäume in der Anzahl bei weitem von Eukalyptusbäumen und Pinien, die angepflanzt wurden, übertroffen, aber sie können sich noch immer behaupten, und ihre glänzend grünen Blätter stechen aus den Hängen hervor, wie sie im Sonnenschein schimmern.
Einige der Kastanienbäume, die wir heute gesehen haben, sind mehrere hundert Jahre alt – ihr Umfang enorm und aufgespalten und sie zeigen die Schnittstellen auf, die über die Jahre gemacht wurden. Die Rinde dieser Bäume ist knorrig und die Stämme verbogen und verrenkt, so dass Gesichter und Audrücke sich in ihnen zu wiederspiegeln scheinen – was jedem Baum seinen ganz eigenständigen und unverkennbaren Charakter verleiht.
Die Bäume wachsen auf Terrassen am Hang und immer noch werden Ziegen hierher gebracht um im kleinen Tal das Gras kurz abzuweiden. Wildschweine wühlen unter den Bäumen nach Kastanien und wälzen den Boden auf und Veilchen und Schlüsselblümchen zeigen ihre farbige Blütenpracht anfangs Frühling. Die Athmosphäre im Kastanienwald  an diesem Tag war zutiefts friedlich und ruhig, nur das Murmeln des Baches und der Gesang der Vögel waren zu hören. Die Bäume strahlten eine anmutige Präsenz aus, einzigartig und im Widerspruch zu ihrer mächtigen Statur: Alt, und doch lebendig und produktiv, konstant und beständig und trotzdem anpassungsfähig, sowohl was die Jahreszeiten, als auch den Wandel der Zeit angeht. Zwischen diesen stillen hölzernen Giganten etwas Zeit zu verbringen tat meiner Seele gut.

10. Juni
Dienstag ist Markttag in Góis und auch heute waren wir wie gewöhnlich etwas nach 9 Uhr morgens dort. Heute ist jedoch kein gewöhnlicher Tag, da wieder Feiertag ist – schon der vierte innerhalb von sechs Wochen! Aber obgleich einige Läden und Geschäfte geschlossen haben, betreiben die Markthändler ihr Geschäft wie immer – nur an Weihnachten und Neujahr scheinen sie ihre reguläre Routine zu unterbrechen. Der Standort des Marktes wechselte vor ungefähr einem Jahr vom Largo do Pombal – der Platz im Zentrum des Städtchens – zu einer grösseren Fläche am Rande des Städtchens beim Fluss. Sicherlich ist hier für die Händler mehr Platz vorhanden, es herrscht jedoch nicht mehr die gleiche Athmosphäre wie damals, als jedermann sich auf den Platz drängte und einige der Geschäfte im Städtchen vermissen den Verkaufsumsatz, der ihnen der Markt zu bringen pflegte. Es ist jedoch immer noch ein Treffpunkt für die Leute der Dörfer von ausserhalb und sie bleiben stehen, grüssen sich und tauschen Neuigkeiten aus – der soziale Aspekt ist möglicherweise gleichermassen reizvoll und wichtig wie das Einkaufen an sich! Der Markt besticht durch eine solch farbenfrohe Dynamik, die man in den Läden nicht finden kann – das Herumspazieren zwischen den Marktständen in der frischen Luft scheint allumfassend. Hier in Góis war der Markt ein wichtiges Mittel für den Handel der örtlichen Bewohner,  welche ihre selbstgepflanzten Produkte zum Verkauf anboten und diese in Kohlblätter einwickelten. Heute sind es nur noch zwei oder drei Frauen, die regelmässig ihre saisonalen Früchte und Gemüse, Eier, Honig und Ziegenkäse, die sie frühmorgens herantragen,  anbieten. In den Wintermonaten kann es vorkommen, dass ihre Ware nur aus getrockneten Bohnen und Kastanien besteht, dennoch aber stehen sie an ihrem Stand. Die Kohlblätter wurden traurigerweise durch die allgegenwärtigen Plastiktüten ersetzt.
Wir kauften unsere Früchte und Gemüse bei einem 'professionellen' Marktverkäufer und dann espähten wir eine Frau aus einem Dorf mit einer riesigen Schüssel voller Kirschen zum Verkauf, die sie selbstgepflückt hatte - "Versuchen sie eine" bot sie uns an "sie sind wirklich köstlich – und unbehandelt!" Seit meiner Kindheit hatte ich keine solche 'Kirscherfahrung' mehr – das Aroma explodierte förmlich auf meiner Zunge. Wir kauften ein Kilo und feierten ein wahres Kirschenfest. Es war himmlisch!

6. Juni
Gestern war ich an der Reihe gemeinsam mit Anna in die Berge zu fahren, um Fotos von den Dörfern zu schiessen, während sie etwas von der Geschichte und den lokalen Erzählungen ausfindig machte. Die Orte, die wir besuchten, lagen am Rande der Region Góis und mehr als nur einmal überkam mich das Gefühl von Wohnen und Leben an der Grenze der Zivilisation.
Lassen Sie mich etwas weiter aushohlen: Als erstes fuhren wir so hoch nach oben den Strassen und Feldwegen entlang, dass ich mich wie auf dem Dach der Welt fühlte. Nicht weiter verwunderlich, dass Orte hier nach den Adlern benannt wurden – man kann sich vorstellen mit diesen sich in die Lüfte zu erheben und über die Täler und Dörfer zu fliegen.

Früher muss das Leben hier oben für die Leute hart gewesen sein, bevor die Strassen gebaut wurden und Kommunikation und Transport zugänglich gemacht wurden – in ihren abgesonderten Tälern mussten die Leute zu Fuss gehen oder mittels Esel oder Mautier, über Meilen und Meilen, um das Korn zu mahlen, ihre Oliven zu pressen oder den Markt zu erreichen. Die Glücklicheren unter ihnen konnten miteinander durch Zurufen durch das Tal kommunizieren, wo die Akustik es erlaubte, aber in vielen Fällen war es in diesen abgelegenen Dörfern eine Seltenheit sich mit Einwohnern der Nachbarsorte zu treffen oder sich auszutauschen – für viele nur zu ganz speziellen Anlässen oder Feiertagen.
Manche Kinder brauchten 2 Stunden Fussmarsch je Richtung um in die Schule zu gelangen – andere konnten sogar überhaupt nicht am Unterricht teilnehmen, weil die Entfernung einfach zu gross war. Wir haben von einem Kind gehört, dass vor gar nicht allzu langer Zeit in einem von seinem Esel gezogenen Karren zur Schule fuhr und der Esel zufrieden um das Dorf herum graste bis die Schule zu Ende war und es Zeit war den Heimweg anzutreten – jedermann liebte ihn und wollte eine Runde mit dem Karren fahren!
Wir haben von einer interessanten Theorie gehört, die sich mit der Möglichkeit auseinandersetzt, dass die ersten örtlichen Einwohner dieses Gebietes womöglich Flüchtige waren, die vor etwa 500 Jahren aus dem Gefängnis von Castelo Branco ausgebrochen waren. In dieser Bergregion fanden sie alles, was sie zum Überleben brauchten – Wasser und Kastanien und die Abgeschiedenheit bot ihnen den Schutz dar, den sie suchten. Es ist ausserdem möglich, dass einige der ursprünglichen Einwohner Pilger auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela waren (es wird vermutet, dass der Weg durch Góis, Colmeal, Fajão und Pampilhosa da Serra führte).
Wie es manchmal in solch abgeschiedenen Regionen der Fall ist, scheint es, dass die Grenze zwischen der Welt des täglichen und wirklichen Lebens und dem Übernatürlichen fast fliessend war. Während sie  in der Vergangenheit mit der greifbaren Bedrohung durch die Wölfe fertig werden mussten, was bedeutete, dass sie ihre Ziegen und Schafe gut beschützen mussten und nach dem Eindunkeln das Haus nicht mehr verliessen, (wir haben einige haarsträubende Geschichten von Wölfen auf unseren  Seiten über die  Dörfer aufgeschrieben!) scheint es ebenso, dass die Leute sehr stark an die Gegenwart von bösen Geistern glaubten und empfindlich auf jedes andersartige und ungewohnte Geräusch reagierten. Es existieren unzählige Geschichten von Leuten, die angeblich von Geistern heimgesucht  wurden oder Irrlichter in leerstehenden und verlassenen Häusern gesehen haben usw., und traditionsgemäss war die Angst vor Geistern und Werwölfen stark verbreitet. Diese Furcht war so stark, dass es sogar soweit führte, dass Leute ihre abgelegenen Landgüter (quintas) verliessen und sich zu Dörfern zusammenschlossen um gemeinsam mehr Schutz zu finden. Es ist deshalb nicht wirklich überraschend, dass der Aberglaube blühte und dass ein so isoliertes und erdverbundenes Leben zu einer einzigartigen und einmaligen Interpretation von Naturphänomenen und Ereignissen führte. Als ich in einer dieser Nächte Zeugin von einem unheimlichen Spektakel vor unserem Haus von riesigen Eulen die Fledermäude jagten, wurde, musste ich zugeben, dass es wirklich leicht war, dies alles als etwas gespenstisch  zu betrachten... (Eulen werden traditionellerweise in diesen Breitengraden als Vorboten des Todes angesehen, so wie auch grösstenteils in Europa).
Natürlich mussten die Leute, die in einer solch entlegenen Region lebten, ausserordentlcih selbständig sein. Es bedeutete einen Fussmarsch von mehreren Stunden, beispielsweise einen Arzt aufzusuchen und so kam es vor, dass manchmal der Dorfschuhmacher die Platzwunden am Kopfe der Kinder nähte! Diese Selbständigkeit und familiäre Gemeinschaft knüpfte mit Sicherheit starke Bande und formte unabhängige Charakteren – wir hörten von einer Frau, die regelmässig von Aldeia Velha (das zweithöchstgelegene Dorf der Region Góis) einen Korb Äpfel auf dem Kopfe tragend nach Colmeal, Sobral, weiter nach Celavisa und schliesslich auf den Markt von Arganil ging, zu Fuss versteht sich,(mehr als 20 km), um dort ihre Äpfel zum Verkauf anzubieten. Als sie betagter war, wurde sie von Verwandten in ein Altersheim nach Lissabon gebracht. Aber sie vermisste ihr altes Heim in Aldeia Velha so sehr, dass sie aus dem Altersheim entwich, ein Taxi fand und dem Fahrer den Auftrag gab, sie zurück nach Hause in ihr Dorf zu bringen! Da sie kein Geld hatte, seien, wie uns gesagt wurde, alle Dorfbewohner gemeinsam für die Rechnung der langen Fahrt aufgekommen. Bald darauf wurde ihr Haus mit Strom versorgt und so konnte sie ihren Lebensabend verbringen, wie sie es sich gewünscht hatte, genoss ihr tägliches Glas hausgemachten Wein und war von den Leuten umgeben, die sie kannte und schätzte. Heimat eben.

2. Juni
Wie in manchen anderen Teilen der Welt wird der erste Juni als internationaler Kindertag oder Weltkindertag gefeiert. Portugal ist eines dieser Länder, das dieses Datum zelebriert und dieser Tag ist hier als "O Dia Mundial da Criança" bekannt.
Da der erste Juni dieses Jahr auf einen Sonntag fiel, fanden die Feierlichkeiten in Góis heute statt. Alle Kinder der Region vom Vorschulalter an aufwärts, versammelten sich an diesem Morgen vor der Schule von Góis um an einem Umzug durch das Städtchen teilzunehmen. Jedes Kind und jeder Lehrer trugen ein T-Shirt, das zum Thema 'Kinderrechte' dekoriert war, zum grössten Teil selbst gestaltet zeigten sie die wundervolle Kreativität.
Glücklicherweise liess sich heute auch die Sonne blicken und strahlte auf die farbenfrohe Parade. Der Strassenverkehr wurde aufgehalten und die Leute kamen aus den Läden und Büros um das junge Volk vorbeiziehen zu sehen. Es schien, dass die Lehrer den Tapetenwechsel von der täglichen Routine ebenso genossen wie die Kinder und es herrschte eine feierliche Stimmung.
Nach ein paar Worten vom Präsidenten auf dem Hauptplatz des Städtchens (Largo do Pombal), kehrten die Kinder zur Schule zurück, wo ihnen ein gemeinschaftliches Mittagessen draussen an der frischen Luft offeriert wurde, welches mit lauter Musik und viel Gelächter und Geplapper abgerundet wurde!

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Life in Góis Oktober 2008
Life in Góis Sept 2008
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Life in Góis Juli 2008

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  Updated 3 November, 2008
 
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