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26. Oktober
Die letzte Woche herrschte hektische Aktivität in den Dörfern der Region, da jeder der einen oder zwei Olivenbäume besitzt, draussen am Olivenpflücken war. Soweit ich beobachten konnte, wird diese Arbeit grösstenteils von den Frauen ausgeführt, die, wie es scheint, jede Arbeit verrichten, einschliesslich das Besteigen der Leiter, während ihre Männer mit beiden Füssen auf der Erde stehend ihnen nützliche moralische Unterstützung zusprechen. Was das Olivenpflücken angeht, wird vorerst eine Art Tuch auf dem Boden unter dem Baum ausgebreitet auf welches die Oliven geworfen werden und am Ende zusammengesammelt werden. Falls der Baum an einem Hang steht, kann es notwendig sein eine Art Barriere zu errichten um zu verhindern, dass die Oliven den Hang hinunter rollen. Wir haben nur ein paar produktive Olivenbäume – welche zu wenig Früchte tragen als dass es Wert wäre diese zu pressen. Aber als wir sahen wie unsere Nachbarn sich stoisch durch ihren Olivenhain von dreiundzwanzig Bäumen durcharbeiteten, dachten wir, dass es eine nette Geste sein würde unseren kleinen Ertrag zu ihrer Ernte dazuzugeben. Das Lesen eines Baumes in der warmen Sonne eines spätoktoberlichen Nachmittages hat grossen Spass gemacht – Dies mag sich anders anfühlen wenn ich es Tag für Tag tun müsste. Es war jedoch befriedigend, wenn auch auf kleine Art und Weise, an dieser Tätigkeit teilzuhaben, die seit Jahrhunderten solch eine wichtige Rolle im Leben und der Wirtschaft der Region gespielt hat. Die Olivenbäume sind ein wichtiger Teil der Landschaft und jedes Dorf hatte Zugang zu einer Olivenpresse wo gewöhnlicherweise ein enormer Katanienholzbalken mit seinem Gewicht für den Pressvorgang zuständig war. Heute werden die Oliven in die örtliche Landwirtschafts-Kooperative gebracht, wo sie mechanisch gepresst werden. Olivenbäume besitzen in ihren Früchten und Blättern grosse medizinische Qualitäten und es wird behauptet, dass in Salomons Tempel angeblich Olivenbaumholz als ein Symbol des Friedens verwendet worden sei. Ihre Anwesenheit hier ist meiner Meinung nach eines der vielen schönen Attribute dieses Landes.

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21. Oktober
Dieses Wochenende fand eine internationale Pfadfinderveranstaltung in unserem Dorf statt. 'Jota - Joti' ist ein jährliches Event, das Pfadfinder aus aller Welt mit Hilfe von Internet und Übertragungen mittels Amateurradios verbindet. Die Pfadfindergruppe von Góis hatte ihre Internetverbindung im Gemeindehaus von Vale Moreiro / Manjão eingerichtet und den Radiobetrieb oben auf dem Hügel in Nossa Senhora da Guia und den ganzen Samstag zogen Gruppen von Pfadfindern verschiedenen Alters zwischen den beiden Orten hin und her. Für das Dorf war dies wunderbar! Unser Dorf ist zu jeder Zeit sehr freundlich und lebendig, aber voll von jungen aktiven Leuten wie an diesem Tag schwirrte es wie in einem Bienenhaus. Die 'Lobitos' (Jungpfadfinder) begaben sich um 10 Uhr morgens singend auf den Hügel und kehrten zum Mittagessen kreischend vor Begeisterung auf der Ladefläche eines Lastwagens zurück. Inzwischen waren kleine Gruppen von Pfadfindern mit Aufgaben rund ums Dorf herum beschäftigt und die Ortseinsässigen halfen ihnen noch so gerne bei ihrer Suche und ihren Fragen, - jedermann schien draussen an der frischen Luft und auf irgendeine Art und Weise involviert zu sein. Alles in allem war das Wochenende sehr erfreulich, wenn auch anstrengend für die unermüdlichen Pfadfinderführer! Am Sonntagnachmittag, als die älteren Pfadfinder die Sachen im Gemeindehaus zusammenpackten und aufräumten, kam eine der ältesten Einwohnerinnen mit einer Überraschung für sie hinauf – Kastanien und Piniennadeln für einen improvisierten Magusto (traditionelles Kastanienrösten). Dies war ihre Art ihre Freude darüber auszudrücken das Dorf so lebendig und voller jugendlicher Aktivität zu sehen.
Um mehr Fotos von den Pfadfinderaktivitäten des Wochenendes zu sehen, gehen Sie bitte auf unsere Veranstaltungsseite

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16. Oktober
Als wir heute Morgen aufwachten, waren wir und die Hügel um uns in einen schweren Nebel eingehüllt – eine wahrhaft feuchte herbstliche Morgendämmerung mit dem Geruch von nassem Holz in der Luft und keine Spur vom Mond, welcher gestern sogar bei Tagesanbruch noch voll und leuchtend war. Um 10 Uhr jedoch hatte der Nebel sich fast aufgelöst und die Sonne kam durch und brachte einen wahrhaft magischen Anblick zum Vorschein – Unmengen von fantastischen Netzen waren zwischen den Farnen und Bäumen gesponnen worden, überall am Hang hinter unserem Haus. Wasserperlen hingen an ihnen wie Juwelen und es sah mehr aus wie das Kunstwerk einer Fee als die Arbeit von Spinnen! Für eine kurze Zeitspanne, bevor die Sonne am Firmament höher kletterte und alles vor unseren Augen verblasste, waren wir absolut verzaubert.

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15. Oktober
Während der letzten 12 Monate waren wir mit dem Aufbau unserer Website beschäftigt, welche Informationen über die Dörfer im Concelho von Góis beeinhaltet. Diese Arbeit begann mit der Absicht interessante Punkte zu katalogisieren und den Leuten einen kleinen Vorgeschmack von der Region und den Leuten, die hier leben zu vermitteln, so dass jeder, der beabsichtigt hierher zu ziehen schon ein bisschen Bekanntschaft mit der Umgebung machen konnte. Was wir am Anfang nicht realisierten war, dass das, was wir taten – unter anderem eine Aufzeichnung in Wort und Bild der Dörfer – ein solch einzigartiges Unterfangen war und soviel lokales Interesse auf sich ziehen würde. Als Anna sich uns anschloss und begann die Dorfbewohner ins Gespräch zu verwickeln, entwickelte sich das Projekt sehr schnell in eine andere Richtung – wir fanden uns plötzlich an der Dokumentation der sozialen Geschichte beteiligt – und zeichneten die Erinnerungen und Geschichten auf, die auf andere Weise möglicherweise mit der älteren Bevölkerung gestorben wären. Ausser dem Privileg persönliche Erinnerungen und Erfahrungen vom Leben der vergangenen Zeit zu hören, war es faszinierend zu beobachten wie einzelne Themen in verschiedenen Gebieten vorkommen – zum Beispiel, Geschichten über Wölfe in den Bergregionen von Colmeal und Cadafaz und Bräuche rund um den Mais in Vila Nova do Ceira – und wie manche Themen universell sind, so wie beispielsweise die Tendenz witzige Erklärungen für die jeweilige Entstehung des Dorfnamens zu finden! In diesem Prozess haben wir eine Menge über den lokalen Sinn für Humor gelernt und auch einen Eindruck bekommen von der Härte und  dem Kampf des Lebens einerseits, und der gewaltigen gegenseitigen Unterstützung und Fähigkeit sich zu freuen andererseits. Falls Sie Spass haben am Lesen dieses Blogs würde ich Ihnen gerne die Seiten der Dörfer ans Herz legen, weil in ihnen enthalten einige wundervolle Kleinode vergangener Zeiten in der Region Góis schlummern und bis zu dem Tag, an dem ich alle zusammenstelle und 'Das Buch' über Bräuche, Traditionen, Geschichten und Legenden der Region herausgebe, sind die Geschichten dort am einfachsten zu finden.

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6. Oktober
Obwohl die Nächte jetzt kälter sind und frühmorgens eine Temperatur von etwa 6ºC herrscht, sind unsere Tage hier immer noch warm und angenehm und ungefähr so wie man einen Englischen Sommer zu erwarten hat. Ich bin erstaunt, dass nicht mehr Besucher zu dieser Jahreszeit hier sind – wenn sie nur wüssten was sie alles verpassen! Das Licht hat nun diesen lieblichen typischen Glanz des Frühherbstes und die Sonne steht tiefer über den Hügeln, die Wärme ist milder geworden und die gleissende Hitze gewichen. Schmetterlinge flattern über die Rosen und Dahlien hinweg und grosse Heuschrecken finden sich überall in unserem Garten – dies hält unsere Katze den ganzen Tag beschäftigt – während Rotkehlchen und Sperlinge von kälteren Regionen zurückkehren um hier die Wintermonate zu verbringen. Dies sind die Wochen der Weinlese und wir trafen Leute in den Dörfern um Góis, die ihre Reben lasen und sie zum Pressen brachte. In mindestens einem der Dörfer wird an diesem Wochenende eine 'Vinhada' abgehalten – eine gemeinschaftliche Gelegenheit um für ein Mittagessen zusammenzukommen (eine gute Entschuldigung!) und um dann an der traditionellen Methode des Traubenstampfens mit den Füssen teilzunehmen. Wir haben auch ein paar wenige Weinreben – im Vergleich zu anderen ist unser Ertrag jedoch eher spärlich, dafür haben die Trauben aber einen hervorragenden Geschmack. Wie unterschiedlich das Aroma doch ist wenn die Früchte sonnengereift sind und von der Rebe weg gegessen werden, im Vergleich zu den gekühlten, gelagerten und transportiereten Supermarktsorten. Nun erwarten wir sehnsüchtig den neuen Wein, Jeropiga (mit Schnapps angereicherter Wein) und Aguardente (Feuerwasser), die bald erscheinen werden da viele Leute hier den Brauch der eigenen Herstellung von Wein, angereichertem Wein und Branntwasser fortführen. Die örtliche Gastfreundschaft ist so gross, dass man zu jeder Zeit und an jedem Ort eingeladen wird eine Kostprobe von irgendeinem, meist hochprozentigen Selbstgebrannten oder Sonstiges zu probieren und gelegentlich sieht man sich ein oder zwei Flaschen nach Hause tragen (und nein, ich habe nicht gesagt, dass man mit ein oder zwei Flaschen nach Hause getragen wird, obgleich dies auch passieren könnte!)

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  Updated 3 November, 2008
 
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